FT-History: „Elfmeterschießen vor 1200 Fans“ – Ausführlicher Bericht aus dem Torgranate Journal vom 16.02.2018

FT-History: „Elfmeterschießen vor 1200 Fans“ – Ausführlicher Bericht aus dem Torgranate Journal vom 16.02.2018


Bild und Text: Bericht aus der Torgranate Beilage der FZ vom 16.02.2018
Autor: Ralph Kraus


Bereits 1848 gegründet, bietet FT Fulda mit einigen politisch begründeten Unterbrechungen nun schon seit 170 Jahren Sport an. Die Fußballabteilung gründete der Verein 1903. Und damit ist – was ausser den Mitgliedern und den altgedienten Kickern der Region heute kaum noch einer weiß – FT der älteste Fußballclub der Region Fulda.

Kein Wunder, dass der Verein in dieser langen Zeit nahezu allen Höhen und Tiefen des Amateurfußballs durchlaufen hat. 1951/52 war beispielsweise die bis heute bitterste Saison. Damals wurde der Club letzter in der B-Klasse ohne auch nur einen einzigen Punkt geholt zu haben. 0:40 Zähler schlugen zu Buche. Doch es sollte schnell wieder aufwärts gehen: 1957 wurde der Verein erstmals nach dem zweiten Weltkrieg Meister der B-Klasse, verpasste aber in den Aufstiegsspielen den Sprung nach oben.

Drei Jahre später wurde der Erfolg dann nachgeholt. Mit elf Punkten vorsprung auf die SG Steinau holte sich FT erneut den Titel. Über acht Aufstiegsspiele gegen Lütter, Eckweisbach, Bronzell und GW Fulda ging es hoch in die A-Klasse. Unvergessen bleibt dabei der 5:3-Sieg im entscheidenden Spiel gegen Lütter, den F. Witzel (zwei Tore) Göttlicher, Stoppel und Vogler mit ihren Treffern sicherstellten. 1965 ging es im Rahmen der Spielklassenreformdann erstmals sogar noch höher. Rang vier genügte, um sich für die neu gegründete Bezirksliga  (die heutige Gruppenliga) zu qualifizieren. Doch chancenlos stieg der verein mit 116 Gegentoren als Letzter gleich wieder eine Etage ab.

1970/71 schaffte der Club dann erstmals den Titelgewinn auf der Ebene der heutigen Kreisoberliga Mitte, die damals noch A-Klasse Mitte hiess. Trainer war Werner Krombholz und Torschützenkönig wurde Andreas Mehler, der mit 26 Toren erheblichen Anteil an der Meisterschaft hatte. Fünf jahre später war man allerdings wieder unten in der B-Klasse angekommen.

Dieses Auf und Ab zieht sich durch die ganze Geschichte der Fußballer, die ihr absolutes Highlight 1994/95 erleben sollten. Es bleibt unvergessen, wie FT unter Spielertrainer Martin Schäfer die Gruppenliga (damals Bezirksoberliga) aufmischte und schließlich Meister vor der Spvgg. Hosenfeld wurde. Mit 20:0 Punkten waren die FT-Kicker in die Saison gestartet, doch Hosenfeld ließ sich nicht abschütteln. Am Ende waren beide Clubs punktgleich und es kam zum großen Showdown in Form des notwendigen Entscheidungsspiels. 1200 Zuschauer waren in Großenlüder dabei, als das Duell nach 120 Minuten Remis endete und so ein Elfmeterschießen um die Meisterschaftund damit auch über den Aufstieg in die Verbandsliga Nord (damals Landesliga Nord) entscheiden musste.Es bleibt bis heute die engste und spannendste Meisterschaft der Gruppenliga-Geschichte und der größte Erfolg in der Historie der FT-Fußballer. Mario Kolb war mit 27 Treffern ganz vorne Thomas Weißbeck erzielte damals elf Tore.

Doch es passte zu FT, daß es auch schnell wieder abwärts ging. Die Trainer Manfred Storch uns später Wolfgang Lambrecht schafften das „Wunder Klassenerhalt“ nicht. Obwohl Mario Kolb in der Verbandsliga 23-mal traf, musste FT als Letzter nach nur einer Saison wieder absteigen.

Nun steuert der Verein auf seine 13. Meisterschaft nach dem zweiten Weltkrieg zu. Es wäre nach 1988 (unter Wolfgang Müller) und 1993 (Martin Schäfer) der dritte Titel auf dem Niveau der Kreisoberliga.



 

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