Historie

FT Fulda Fußball: Geschichte, die verbindet (1903 – heute)

„Großes Werk gedeiht – nur durch Einigkeit!“ Dieser Leitspruch aus dem Turnerlied von 1841 ist mehr als nur ein Motto; er ist die DNA unserer Fußballabteilung. Seit über 120 Jahren wird am Fuße des Frauenbergs gekickt, gelacht und zusammengehalten.

1903 – 1920: Die Pionierjahre der „Fuldaer Kickers“

Im Jahr 1903 fanden sich die ersten fußballbegeisterten Turner zusammen. Als „Fuldaer Kickers“ betraten sie Neuland. Die Bedingungen waren hart, der Kampf um einen Platz allgegenwärtig. Zunächst auf der Klosterwiese beheimatet, mussten unsere Kicker weichen, als der Lokalrivale Borussia Fulda das Gelände für 100 Mark Jahrespacht übernahm – die Geburtsstunde einer ewigen, aber herzlichen Rivalität. Über die Zwischenstation auf der alten städtischen „Bleiche“ fand die Abteilung schließlich ihre Identität. Schon 1908 trugen 71 Erwachsene und 17 „Zöglinge“ stolz unsere Farben.

1920 – 1980: Vom „Loch im Eis“ zum festen Fundament

Nach den Weltkriegen wurde der Fußball zur Lebensader. Sportlich war es oft eine Leidenszeit: Ergebnisse wie 1:35 Punkte und 3:120 Tore in den untersten Klassen hätten andere Vereine zerbrechen lassen – nicht aber die FT. Unvergessen bleibt die Anekdote, die den Geist der FT definiert:

„Gewaschen wurde sich damals im Winter mit Wasser aus der Fulda. Man schlug ein Loch ins Eis, holte das Wasser eimerweise und erhitzte es auf einem Kanonenofen. Ein einziger 10-Liter-Eimer musste für Heimteam, Gäste und Schiedsrichter reichen.“

Diese Entbehrungen schweißten eine Gemeinschaft zusammen, die bis heute trägt.

1980 – 2000: Das Jahrhundertwerk und der Aufstieg

In den 80er Jahren stabilisierte sich die FT sportlich. Doch der wichtigste Sieg dieser Epoche wurde mit Schaufel und Spaten errungen: Unter gewaltigem Eigenanteil der Mitglieder entstand zwischen 1989 und 1992 das eigene Vereinsheim. Hier zeigten sich erstmals die „Macher im Hintergrund“, ohne die ein Verein nicht existieren kann. Allen voran Werner Jost, die „gute Seele“ des Vereins. Über Jahrzehnte hinweg war er Ansprechpartner, Organisator und Bewahrer der Tradition – Männer wie er legten das Fundament für den folgenden Höhenflug.

Beflügelt durch das neue Heim folgte der sportliche Zenit: In der Saison 1994/95 wurde die FT Meister der Bezirksoberliga und stieg in die Landesliga Nord auf.

2000 – 2023: Jubiläum, Konstanz und neue Führung

Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum gelang 2001/02 unter Trainer Thomas Töpfer und Torjäger Jeffrey Feller der Wiederaufstieg in die Bezirksliga. In den folgenden zwei Jahrzehnten prägten neue Gesichter den Verein. Pierre Weiß übernahm als Abteilungsleiter Verantwortung und steuerte die FT durch die Herausforderungen des modernen Amateurfußballs. Mit Weitsicht und Engagement sorgte er dafür, dass die Tradition bewahrt, aber die Strukturen modernisiert wurden.

Sportlich brachte Romeo Andrijasevic ab 2013 eine Dekade der Stabilität. Er führte das Team zurück in die Gruppenliga, wo man sich lange behauptete, ehe 2023 der bittere Gang in die Kreisoberliga angetreten werden musste.

2023 – heute: Aufbruchstimmung im Stadion an der Magdeburger Strasse

Der Neuanfang in der Kreisoberliga Fulda Mitte steht für frischen Wind. Das Management um Torsten „Totty“ Eberle stellte die Weichen neu und verpflichtete mit Julian Rohde (Spielertrainer, Ex Hünfelder SV) und Petr Kvaca (Co-Trainer, Ex SV Steinbach) ein Duo mit Hessenliga-Erfahrung.

Die Highlights der jüngsten Geschichte:

  • Der Pokalkrimi (März 2024): Im Viertelfinale gegen Germania Fulda entschied Julian Rohde das Spiel nervenstark im Elfmeterschießen.

  • Das „Golden Goal“ (Juni 2025): In der Relegation zur Gruppenliga ließ Waldemar Chernyy mit seinem Treffer die Fans vom Aufstieg träumen.

  • Die Gegenwart (Saison 2025/26): Die FT ist wieder eine Spitzenmannschaft. Offensivkünstler wie Malik Döppner sorgen für Spektakel, und das Stadtderby gegen Borussia Fulda zieht wieder hunderte Zuschauer an.

Heute ist die FT Fulda mehr als ein Sportverein. Sie ist ein Ort, an dem die Geschichte von Werner Jost und den Pionieren geehrt wird, während Pierre Weiß und das aktuelle Team die Zukunft gestalten. Tradition trifft Moderne.